Nach zwei EPs, dem Album „Sugar Suite“ und einem ereignisreichen letzten Jahr kehren Johann Sebastian Bass zurück. Neben der bereits vorab veröffentlichten Single „Heavy Lipstick“ folgte mit „Dogma“ eine EP, die den Facettenreichtum der Band unter Beweis stellt. Die drei Musiker zeigen dabei erneut, wie man mit einer Mischung aus Synthesizern, Elektro-Cembalo, Talkbox, Schlagzeug und Gesang einen einzigartigen und wiedererkennbaren Sound kreieren kann.

Bereits im vergangenen Jahr spielte sich das Trio mit ihrem Album „Sugar-Suite“ durch die österreichische Festival- und Fernsehlandschaft und eroberte mit weiß gelocktem Haar und einer außergewöhnlichen Live-Performance die Herzen ihrer Zuhörer. Aufregend ist aber nicht nur das Aussehen – auch der Sound der Band entwickelte sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiter. „Dogma“ knüpft an Singles wie „Heart of Stone“ oder „Voodoo“ kompromisslos an und bietet den Hörern Elektropop vom Feinsten.

Neben der bereits veröffentlichten Hymne an die Beharrlichkeit „Heavy Lipstick“, verbindet die neuen Songs vor allem eines – das ständig wiederkehrende Verlangen. Das titelgebende Dogma hinter den viel besungenen Begriffen wie Liebe, Sehnsucht und Begierde soll dabei allerdings gebrochen werden. Der Opener „Sugar“ besingt das rastlose Streben nach der Essenz des ultimativen Glücks und verknüpft treibende Elektrorhythmen mit Zitaten aus den wilden 70er Jahren. Auch in „Across The Ocean“ spielt die Band mit Synthesizern und kreiert einen ruhigeren, aber dafür sehr funkigen Track, der die Sehnsucht nach Flucht thematisiert und thematisch aktuell wohl so relevant ist, wie selten zuvor. Der nachfolgende Song „The Call“ zieht den Hörer in den Bann eines düsteren Spiels – sich der Verlockung hingeben oder doch widerstehen? Zweiteres wird fast nicht zugelassen.

Mit der neuen EP entwickeln Johann Sebastian Bass ihre Interpretation von Elektropop weiter, bleiben experimentell und kreieren dabei gleichzeitig einen cleaneren, aber nicht weniger tanzbaren Sound. Thematisch und musikalisch ist die Band, die zwar optisch weiterhin ihrer Rokoko-Vergangenheit treu bleibt, damit voll und ganz im Jahr 2016 angekommen.