Esteban´s
Musik hat die einzigartige Gabe, jede Stimmungs- und Wetterlage emotional wahlweise vergessen oder verstärken zu lassen. „Serenity“ setzt einem die Sonnenbrille auf und lässt gedanklich schon mal die Hängematte auspacken.
Irgendwo zwischen Indie-Folk und verspieltem Pop angesiedelt, mit dezentem südländischem Flair versetzt und mitunter am Lagerfeuer Platz nehmend, lädt das Projekt „Esteban´s“ zu seinem musikalischen Ausflug.
„Zarte Melancholie trifft Lebensfreude“ konstatiert Der Standard in Wien. Ein vielfältiges Potpourri, bei dem zwischendurch schon mal das Schlagzeug mit dem Besen liebkost wird oder ein Banjo ausgepackt wird. Der Verdacht, dass hier leidenschaftliche Musiker am Werk sind, erhärtet sich mit dem Auftauchen bluesig-jazziger Einschläge oder dem überraschenden Auftauchen eines instrumentalen Klavierstücks.
Und tatsächlich: Hinter „Esteban´s Serenity“ steckt zunächst mit Christoph Jarmer ein umtriebiger und trotz seiner 28 Lenze ausgesprochen erfahrener Musiker (etwa als Gitarrist bei den österreichischen Indie-Heroen garish). Auf dem nun erscheinenden Debütalbum wagt er den Schritt in die erste Reihe, hat nicht nur komponiert, sondern auch geschrieben, gesungen, gespielt und produziert. „Der Mann will der Welt nichts beweisen, er will einfach ein paar Songs mit ihr teilen.“ (Falter)
Für die Bühne hat er sich Gleichgesinnte an seine Seite gestellt, die den Zuhörer auf die Reise in die virtuelle Stätte des Geschehens begleitet, etwa eine imaginäre Bar mit reichlicher Auswahl an edlen Alkoholika – eben zu „Esteban´s“.
Auf dem elf Titel umfassenden Opus finden sich dann eine ganze Menge Lebensbeichten und –klagen, mitunter verziert mit einem sanften Touch Ironie, der nicht nur im Text, sondern auch in der vielseitigen Musik zum Vorschein kommt. Die ist ein stilistischer Querschnitt ohne Berührungsängste, die unzählbare Einflüsse zwischen Jarmers vielfältigen privaten Musikvorlieben und seinem Dasein als Pop-Songwriter zusammenstülpen, als ob sie schon immer zusammengehört hätten. Wie im Kaleidoskop finden sich aber die vielen Facetten erstaunlich sicher zu einem beeindruckenden Gesamtbild zusammen, und machen aus dem sommerlich-erfrischenden Erstling „Esteban´s“ einen vorprogrammierten Dauerbrenner. Und das ganze so, wie es der Albumtitel vermuten lässt: „Serenity“, das meint etwa Gelassenheit oder auch Abgeklärtheit – und so klingt das Werk entspannt, relaxed, zurückgelehnt.
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