Vinnie Who

„Ich bewege einfach meine Hände auf dem Keyboard und dann sage ich: ‚Hey, das ist cool!’” Auf derart enthusiastische Art und Weise beantwortet Vinnie Who (eigentlich Niels Bagge Hansen), die Frage: „Wie machst du einen Hit?“

Er bezeichnet Cindy Lauper’s “Time After Time” als perfekte Pop-Single. Und der 22-jährige Däne weiß wovon er spricht. „What You Got Is Mine“ und „Remedy“ – die ersten beiden Singles seines Albums – wurden sowohl zu unglaublichen Radiohits als auch zu Massenverführern bei Privatparties und auf den Tanzflächen in Clubs überall in Dänemark. Nun ziehen seine Melodien auch das Publikum außerhalb Dänemarks in den Bann.

Lange bevor das alles passierte, spielte Niels als Schuljunge Keyboard, Gitarre und sang in seiner örtlichen Musikschule im Süden Kopenhagens. Lernen, wie man Musiknoten liest, empfand er damals als eine lästige Pflichtübung – und seine Einstellung hat sich bis heute nicht geändert: „Ich wollte nur das spielen, was ich auch auswendig lernen konnte. Und das hat natürlich Barrieren aufgebaut“, sagt er und grinst.

Während eines Jahres, in dem er eine Zusatzausbildung weg von zu Hause absolvierte, verfeinerte er seinen Geschmack für Musik. „Wir spielten Musik – jene von uns, die nicht an Fußball interessiert waren – weil uns manchmal langweilig war, aber hauptsächlich, weil es Spaß machte.“

Während er die High School besuchte, nahm er die Grundbausteine für seine neuen Lieder auf seinem Handy auf. „Ich hatte damals keinen iPod. Auf dem Weg von der Schule nach Hause habe ich an Musik gedacht und wenn mir eine Idee kam, habe ich sie einfach auf dem Handy aufgenommen.“

Nach seinem Abschluss in 2008 informierte Niels seine Eltern darüber, dass er Musiker werden wolle – und sie unterstützen sein Anliegen. Er mochte den Namen Vinnie Who, eine Idee, die er eines Tages hatte. Der Name spielt mit seiner Doppeldeutigkeit: zwischen Frage und Antwort, Mann und Frau. Außerdem ist er ein einprägsamer Spitzname.

Er blieb bei seinen Eltern, nachdem er die Schule abgeschlossen hatte und begann seine „McJobs“, wie er seine Beschäftigung damals nennt. Parallel dazu errichtete er ein kleines Musikstudium im Keller. Dort schrieb er „What You Got Is Mine“ und „Nights“ für sein Album. Über sein Leben im Musikkeller sagt er: „Ich nahm es sehr ernst. Ich dachte mir: ‚Das ist deine richtige Arbeit‘“.

Die Musik wurde, wie bei so vielen Musikern heute, auf MySpace hochgeladen. Zeitgleich bekam er das Angebot, in einem der örtlichen Clubs, „Lades Kaelder“, zu spielen. Niels erinnert sich daran, wie stressig die Situation damals war: „Wir probten das Ganze in nur ein paar Wochen… und es klang scheiße.“ Produzent Lasse Lyngbo aber sah das Besondere in seiner Musik. EMI wurde kontaktiert und bald darauf hatte Niels einen Vertrag.

Niels und die Band arbeiteten daraufhin wie verrückt an sich und produzierten neue Musik. Die Dinge begannen Form anzunehmen, als er 2009 beim Start Festival Aufmerksamkeit erregte und brillante Kritik bekam. Später in diesem Jahr spielten er auf der Junior Stage, eine Plattform für junge Künstler des Roskilde Festivals. Im Frühjahr 2010 spielte er beim Spot Festival in Aarhus, trat für eine der größten Radiostationen des Landes auf und brachte bei einem komplett ausverkauften Auftritt im Club Voxhall die Menge zum kochen.

Die Singles „What You Got Is Mine“ und „Remedy“ kamen beide in die Top Ten dänischer Radios. Das Album kletterte sofort auf Platz Eins bei iTunes – nur eine Woche nach seiner Veröffentlichung.

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