"The Year Of No Returning". Aufgrund des Titels könnte man meinen, der aus-Chicago-stammende Songwriter sei jetzt groß geworden, nachdem er seine Harpoons zurückgelassen hat um ein Solo-Album zu machen. Oder, dass seine musikalische Entwicklung ihn zu einem Point of No Return geführt hat.
Das erste Lied "Dr. Jekyll & Mr. Hyde", im klassischen Americana Stil, bringt einen Dualismus hervor, welcher sich wie ein roter Faden durch das ganze Album zieht. Während uns "American Soil" auf ein Rock'n'Roll Album vorbereitet, wirft Ezra Furman ab "Lay In The Sun" alle unsere Erwartungen über Bord mit Balladen, die unglaubliche Traurigkeit, Selbstironie und Kraft ausdrücken. Singend, achselzuckend, und begleitet von einem Klavier in "Sinking Slow", widerspricht er mit dem fröhlichen Refrain eine unerträgliche Schwere. Der Ohrwurm "That's When It Hit Me" ist der James Dean dieser Platte: mit Sonnenbrille, Blue Jeans, blutigen Lippen und einem blauen Auge, hängt Ezra eine Portion Zähigkeit über sein weiches Herz.
Im wahrsten Sinne des Wortes ist "The Year Of No Returning" ein bipolares Album; eine manisch-depressive Platte, die stark auf Ezras wunderbaren, einzigartigen Gesang und auf eine Vielzahl von Instrumenten (Xylophon, Mundharmonika, Streicher, Blechbläser Klavier) baut. Das theatralischste Lied des Albums ("Bad Man") setzt uns in die Mitte eines Kabaretts, Ezra nickend und gestikulierend mit der Offenheit eines Tom Waits. "All those people with their expectations make me so nervous", gesteht er. Dabei hat er mit dieser Platte unsere Erwartungen übertroffen.