Cari Cari haben sich für ihr Debütalbum erstaunlich lange Zeit gelassen. Doch „ANAANA“ ist nicht zuletzt genau deshalb so wie es ist, weil das Zusammentragen von Erfahrungen, Einflüssen und Ideen dafür eine sprichwörtlich lange Reise war. Oder besser: Viele davon.

Auf ihrem Debütalbum ist die Sonne bestimmendes Motiv, sozusagen die gemeinsame Klammer:  „ANAANA“ sagen A.K. und S.M.L., „bewegt sich zwischen Abendrot und Morgendämmerung“, klingt nach Bandrauschen, körnigem Film und Wüstenstaub. Die Sonne wird zum Antrieb, zum wiederkehrenden Motiv, aber vor Allem zum Stimmungs- und Taktgeber. Von endlosen Fahrten im Sonnenuntergang über kalte, pechschwarze Nächte bis zu den ersten Sonnenstrahlen, die nach einer durchzechten Nacht die Nasenspitze kitzeln.

„ANAANA“ versammelt die Unmenge an Eindrücken aus vielen Reisekilometern, Nächten und Abenteuern in einem glühend heißen Druckkochtopf; unterhaltsam, schnell und abwechslungsreich: Erdiger 1960ies Gitarrensound, treibende Rhythmen, Maultrommeln und Didgeridoo. Eine gewisse Liebe zu den Welten von Ennio Morricone und Quentin Tarantino lässt sich nicht von der Hand weisen: „Wir sehen die Musik in Bildern“, unterstreichen Cari Cari  das wiederkehrende Thema der blutroten Sonne – und gleichzeitig die Wärme im Sound ihres Albums. Ein bewusster Gegenentwurf zur autotunenden Welt von heute; zum klinisch-sauberen Sound des Pop anno 2018?

Viel mehr kultiviert die Band die perfekte Imperfektion. Und so bleibt der gewollte Eindruck: „ANAANA“ ist wie ein langer Sonnenuntergang. Vom Energie spendenden Opener „Summer Sun“, durch die Nacht mit Stücken, wie „After The Goldrush“ oder „Dark Was The Night Cold Was The Ground“ bis zu einer wundervollen Ballade, „Do Not Go Gentle Into That Good Night“, auf der schon die ersten Sonnenstrahlen der Morgendämmerung zu erahnen sind. Ein Debüt, das lange auf sich hat warten lassen, aber dafür umso vielschichtiger und abwechslungsreicher ist.

 

 

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