Element of Crime können von Österreich nicht lassen. Süchtig nach Applaus, Mehlspeisen und österreichischen Landeshauptstädten (regelbestätigende Ausnahme: Feldkirch!) fahren sie gleich wieder hin zum alpenländischen Herzensnachbarn, touren trotz zweier Großkonzerte in Wien im Mai 2019 gleich noch einmal durch die Felder, Wiesen und Erzbistümer der „Schönen Edlen“, wie die glückliche Austria bei ihnen in den internen Gesprächen immer wieder genannt wird.

Was ist da los?

Da ist eine Herzensverbindung, da ist Liebe und da wird Liebe erwidert. Wer würde anders handeln? Wir wissen es nicht, solche Menschen kennen wir nicht.

06.11.2019 Salzburg, Szene
07.11.2019 Linz, Posthof
09.11.2019 Graz, Orpheum
11.11.2019 Innsbruck Music Hall
12.11.2019 Feldkirch, Montforthaus

Niemand außer Element of Crime können Songs schreiben, wo sich „Spree“ auf  „Tee“ reimt und dabei „Romantik“ rauskäme! Im November kann man dies wieder live erleben: ELEMENT OF CRIME gehen auf Tournee und werden dabei viele ihrer Klassiker spielen, Lieder wie „Weißes Papier“ oder „Immer da wo du bist bin ich nie“ oder „Draußen hinterm Fenster“ und „Schwere See“, aber sie werden auch auszunutzen und live umzusetzen wissen, dass sie jetzt diese wunderbare neue Platte mit den zwölf neuen und zugleich vertrauten Liedern in die Welt gebracht haben. „Schafe, Monster und Mäuse“, so der Titel des neuen Albums.

 

Es gibt wenig Vergleichbares, keine andere deutschsprachige Band, die diese eigenartige Mischung aus Folkrock und Blues, Artrock und Kinderlied, Krachorgie und Schmalzmelodie in die Welt brächte, ohne auch – wie es scheint – nur einen Moment darüber nachzudenken, ob das gerade in den Zeitgeist passt oder nicht, ob das für neue oder alte Medien taugt, ob das einer versteht, ob sie das überhaupt selber verstehen, ob das nun traurig oder lustig, hässlich oder schön, Tiefsinn oder Spinnerei ist. Und die das live so traumwandlerisch umzustezen wissen.

 

Auf den ersten Blick sieht alles nach Verweigerung aus:

Sie weigern sich, immer das Gleiche zu machen und sie weigern sich, sich neu zu erfinden. Sie weigern sich, sich der Streaming- und Youtube-Landschaft anzupassen. Sie geben ihre Musik nicht für Werbung her. Sie spielen lieber einmal im Wiener Burgtheater als dreimal in der Arena. Sie lassen sich nicht festnageln und so weiter und so fort, man könnte es noch lange fortführen, aber das kann das Geheimnis ihres Erfolges nicht sein, das sind alles nur Dinge, die nicht getan werden, aber geliebt wird man nur für das, was man tut, nicht für das, was man lässt.

 

Und so entsteht ein anderes Bild dieser Band:

Einer Band, die einen so unverwechselbaren Stil in Sachen Song, Sound und Haltung Auf „Schafe, Monster und Mäuse“ gibt es Soulballaden wie „Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang“, Chansons wie „Bevor ich dich traf“, Folksongs wie „Die Party am Schlesischen Tor“, Pubrockkracher wie „Ein Brot und eine Tüte“, Desert-Rock-Aufschneidereien wie „Stein, Schere, Papier“ und vieles mehr. Und dann ist wieder alles anders, wenn bei „Am ersten Sonntag“ Jakob Iljas artrockige Kaputtgitarre in den Soloteil sägt, wenn bei „Bevor ich dich traf“ die wienerischen Geigen in die letzte Strophe einfräsen, wenn bei „Die Party am Schlesischen Tor“ eine psychedelisch krachende Blaskapelle durchs Bild wankt, ständig Dinge passieren, auf die man nicht gefasst sein kann, Richard Pappik die Tempi verschleppt und beschleunigt, wie es gerade sein muss, mit Rhythmen und Klangfarben jongliert und überhaupt sein schmutziges Spiel mit einer Rockmusik spielt, die auf dieser Platte immer wieder neu definiert wird und Sven Regeners knarzige Stimme dazu Poesie verteilt, als werfe er Fleischfetzen auf einen Grill aus alten Ölfässern.

Musik und Text, da taumeln sie zusammen in die aufgehende Sonne und stützen sich gegenseitig wie zwei erschöpfte Partygänger nach einer langen Nacht am Schlesischen Tor.

Zerzauste Vögel, die von ihren Familien unterstützt werden, der Hendl-Jahn, eine Gratiszigarre beim Kauf eines neues Lebens, wo Stürme, Blitze und Donner nicht Wetter, sondern ein Arsenal gegen gute Laune sind, die Frau vom Supermarkt, Black Friday beim Sterni im Späti….wer bitte bringt sowas in so wunderbar klingenden Texten unter?

Und schließlich: wo würden 25-jährige bei „Delmenhorst“ Tränen des Glücks vergießen und über 50-jährige zu „Geh doch hin“ die geballten Fäuste in die Luft strecken? Und welche andere Band könnte „Romantik“ als Schlachtruf haben, der gleichzeitig verwegen und romantisch klänge, wenn nicht Element of Crime? Eben.

Bis bald, Eure Element of Crime