lilly among clouds kann Pop-Balladen am Klavier schreiben: majestätisch groß, aber immer ohne Kitsch. Und es kostet sie nicht einmal ernsthafte Mühe. Lilly, die mit vollem Namen Elisabeth Brüchner heißt und bei Würzburg lebt, hätte es für ihr zweites Album „Green Flash“ entsprechend leicht haben können. Aber leicht wollte sie es nicht: „Mein großer Wunsch für die neue Platte war, noch weiter weg von den Balladen zu kommen. Minimum die Hälfte sollten Upbeat- oder zumindest groovige Nummern sein. Ich liebe diese Mischung bei Konzerten, ich liebe Rhythmus. So haben wir im Studio z.B. beim Song „Wasting My Time“ zu Beginn als erstes das Klavier zugeklappt und das Lied dann nur anhand der Basslinie aufgebaut. Das hat soviel Spaß gemacht, dass ich unbedingt mehr davon wollte.“

Es muss damit gerechnet werden, dass lilly among clouds demnächst mit Kolleginnen verglichen wird. Zumal sie selbst bereits Florence and the Machine, Sia, Lykke Li und A Fine Frenzy als Einflüsse benannt hat, am Ende allerdings nach keiner dieser höchst verdienten Stimmen klingt. Wenn sie denn überhaupt an Sängerinnen vor ihr erinnert, dann noch am ehesten, aber auch nur in Facetten an Fiona Apple, die mit ihren Alben ähnlich verführerische Werke schuf wie nun Lilly mit nur einem einzigen Song.