Mit seinen 20 Jahren verfügt Wenzel Beck über eine seltsame Reife, ohne völlig vom Naiven, vom Unbelasteten zu lassen. Die Kindheit ist bekanntlich Paradies oder Hölle, die ein Leben lang nicht von uns läßt. Wenzel Beck hat früh ein Ventil für seine emotionalen Wirrsale gefunden: selbst komponierte Musik. Dafür holte er sich schon als Kid die Expertise von Willi Resetarits. Seine Helden sind durchwegs älter. Der britische Folk-Pop-Sänger John Martyn steht da ganz oben. Weil: „die Art wie er Musik gedacht und gemacht hat, irrsinnig fortschritlich war. Und natürlich sehr eigen. Darum geht es. Zuviele Gedanken sollte man sich nicht machen. Der Instinkt ist in der Musik oft wichtiger als alles andere.“ sagt er. Martyns Album „Solid Air“ liebt er. Und der Song „May You Never“ wurde auch wichtig für Beck. „Schlicht aus persönlichen Gründen. Es war das erste Lied, das ich mit Willi Resetarits gesungen habe. Überhaupt das erste Lied, bei dem ich gesungen habe.“ Aber Beck weiß dabei aber auch, dass man sich nicht zu sehr an den Helden orientieren darf. „Wichtig ist der Versuch, etwas Eigenes zu machen.“ Und exakt das hat er gemacht und legt es nun als Album namens „Immer wieder“ vor. (Samir Köck)