Safari

 
Fluc
Wien
(c) Luiza Puiu

 

Aus den Resten diverser musikalischer Projekte entstand 2014 die Band SAFARI, ein schwungvolles, schwedisch-österreichisches Brüder-Duo, das seinen eigenen Stil nicht gesucht, sondern einfach auf der Spielwiese gefunden hat. Erlaubt ist alles, was geht. Und es geht viel! So bestechen die Songs durch ausgefallen-durchmischte analoge und digitale Techniken, vielfältige Instrumentierung und mitunter beinahe kindliche Elemente. Auch in den Lyrics tobt sich Safari aus – „Wortspiel“ wird hier wörtlich genommen. Ein verspielter Masterplan: Die einzelnen Songs fügen sich wie zufällig arrangiert zu einer großen Hommage an die Popkultur zusammen.

 

Gepitchte Stimmen, wahnwitzige Synthesizermelodien und nicht nur textlich viel Drama in Yokohama: Die erste Single “Shakalaka” von Safari ist so verrückt wie simpel, so selbsterklärend wie ausgefallen, so abenteuerlich wie verständlich. Verrückte Kinderreime schwirren in den Textzeilen und prickelnde Melodien dazu in extremen Tonlagen herum, um letzendes in einer Hook zu enden, die einem einfach nicht aus dem Kopf will: Ein tanzbares Fragezeichen in der Genreschublade.

 

Safari hat sein Publikum spitzbübisch mit einem “Shakalaka” begrüßt, und umwirbt es mit ihrer zweiten Single “Little Boy“ gekonnt weiter. Der Song suggeriert ein Gefühl von Leichtigkeit, das blendend zum Wiener Großstadtdschungel passt. Es duellieren sich melodiöse Xylophon-Hooks mit schrillen Shouts, rhythmischen Bongos, einem frech-beatlastigen Bass und einem beinahe theatralischem Chor. “Little Boy“ lädt zum kindlichen Reigen ein und möchte auf weite Entdeckungsreise gehen, um im Kosmos zu enden.

 

Mit der selbstbetitelten EP “Safari“ (VÖ: 13.10.2017) erzählt das sBrüderduo nach den beiden Singles „Shakalaka“ und „Little Boy“ ihre Geschichten und auch ihren Sound weiter. Der scheinbar spielerische Zugang zu ihren Songs suggeriert stets ein Gefühl von Leichtigkeit – begleitet von ungewöhnlichen Instrumental-Hooks und Refrains, die ins Ohr und so schnell auch nicht wieder aus dem Kopf gehen.

Für ihre dritte Single “Monsters“ haben sie erneut tief in ihrer Instrumenten-Kiste gewühlt und dabei ihre Japanische Flöte gefunden. Deren origineller Sound, kombiniert mit knackigen Drums sowie einer eingängigen Hook mag Euphorie signalisieren, im Kern beschäftigt sich der Text des Songs allerdings mit etablierten, gesellschaftlichen Konventionen, denen man ständig ausgesetzt zu sein scheint. In einer Gesellschaft, die permanente Stärke und Selbstsicherheit fordert, thematisiert “Monsters“ das Verletzliche und Fragile des Ichs, das so häufig versteckt und kaschiert wird.