Farewell Dear Ghost

 
ARGE Kultur
Salzburg
© Christoph Liebentritt

Farewell Dear Ghost hatten bereits eine beachtliche Erfolgsgeschichte hinter sich – vom Gewinn des Amadeus Austrian Music Awards (2018) über Airplay in ganz Europa, prominente Slots auf Festivals, Tourneen bis nach Asien (u.a. Korea, China) und so weiter. Doch nach den schönen Erfolgen ihres Debüts „We Color The Night“ (2013, mit dem zum ultimativen Band-Klassiker gereiften „Fire“), der wunderbaren EP „Skin“ (2016, mit dem ewig jungen „We Were Wild Once“) und dem zweiten Album „Neon Nature“ (2018, für das es besagten Amadeus gab), war es dann doch einmal Zeit, tief durchzuatmen.

Nach einer ruhigen Phase begannen sie, sich neu zusammenzusetzen, neu zu definieren und tatsächlich die Band neu zu „erfinden“: Als die, die sie wirklich ist. Als die, die abseits aller Nebengeräusche den Spaß an der Musik im Fokus hat. Der Weg zur Quelle schien ein langer zu sein – umso mehr hat er sich gelohnt: „Nobody“ (VÖ: 09.07.2021), die erste Single von Farewell Dear Ghost seit 2018, ist eine geradezu provokante Antithese zum glattpolierten Pop unserer Zeit.

Und wo das herkommt, schlummert noch mehr: Es ist zwar kein Comeback, dennoch kehren Farewell Dear Ghost mit ihrer neuen EP „Conditional Panic“ (VÖ: 14.10.2022) im wahrsten Sinne des Wortes lauter denn je zurück. Verletzliche Ehrlichkeit, ehrliche Verletzung, verpackt in eine elektrisierende Klangwand. Die Songs sind verletzlich und direkt; die Band beantwortet sich selbst die Frage, was man bekommt, wenn man sich für die Emotion eines Songs und gegen die Technik beim Musikmachen entscheidet. Die vier Songs der EP bewegen sich zwischen charmanter Nonchalance und Wut, hinterfragen und dekonstruieren gleichzeitig ein traditionelles Männlichkeitsbild und alle damit verbundenen Unsicherheiten. Für einen ängstlichen Geist gibt es immer einen Grund zur Panik … aber niemand sagt, dass man dabei nicht feiern könne. Start a fire.